Kleidung - Produktsiegel für Textilien

 

Immer mehr KonsumentInnen achten beim Einkauf von Textilien auf Nachhaltigkeit. Ökologisch korrekt und fair hergestellt soll die Kleidung sein, ohne Einsatz von Pestiziden oder 90 Stunden-Wochen der NäherInnen. Doch woran erkennen wir entsprechende Textilien? Zahlreiche Siegel und Standardinitiativen sind mit dem zunehmenden Trend des ethischen Konsums ins Leben gerufen worden. Aber was verbirgt sich hinter den bunten Logos und wohlklingenden Standards?
Im Folgenden Informationen über einige Siegel und deren Beurteilung durch die Christliche Initiative Romero (CIR) :

 

FaireWear Fair wear foundation (FWF)
Die Fair Wear Foundation ist eine unabhängige Non-Profit Organisation, die mit Unternehmen und Herstellern zusammenarbeitet, um die Bedingungen für Beschäftigte in der Bekleidungsindustrie zu verbessern. Die FWF wurde 1999 durch VertreterInnen von Wirtschafts- und Handelsverbänden und NROs gegründet. Die 80 Mitgliedsunternehmen repräsentieren 120 Marken, darunter Takko, Jack Wolfskin, Switcher, Vaude, hempage, Hess Natur.
Nach CIR: „best Practice Beispiel, Nummer 1im Bereich Soziales
www.fairwear.org

 

NaturTextil iVN internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft
IVN steht für den 1989 gegründeten Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. Der Verband zählt über 100 Mitgliedsunternehmen aus Textilproduktion und -handel, darunter Alnatura, Engel Naturtextilien und Hess Natur. Der IVN war auch Mitbegründer des GOTS und gibt neben IVN Best auch das GOTS-Siegel heraus.
Nach CIR: höchste Öko-Standarts im Moment
www.naturtextil.de

 

FaireTrade Fair Trade zertifizierte Baumwolle
Fairtrade International (FLO), die Dachorganisation der Fairtrade Organisationen, wird von zahlreichen NROs getragen und von öffentlichen Institutionen unterstützt. Die Standards werden von Fairtrade International festgelegt, die Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT GmbH kontrolliert deren Einhaltung. Seit 2005 besteht das Fairtrade-Cotton-Siegel. FAIRTRADE certified cotton garantiert faire Arbeitsbedingungen und langfristige Handelsbeziehungen in der Baumwollproduktion und fördert den Umstieg auf biologischen Anbau.
Nach CIR: Das Siegel deckt nur die Überprüfung fairer Arbeitsbedingungen in der Baumwollproduktion ab, nicht aber die Bedingungen bei der weiteren Verarbeitung der Baumwolle. Das kann bei KonsumentInnen zu Verwirrung führen, da häufig angenommen wird, dass alle Produktionsschritte überprüft wurden und letztlich fair sind. Jedoch sind die Methoden, mit denen FLO-CERT die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen überprüft, nicht ausreichend und spiegeln nicht die komplette Realität in den Nähfabriken wider. Ein existenzsichernder Lohn wird nicht gefordert.
www.fairtrade-deutschland.de

 

GlobStandards GOTS Global Organic Textile Standard
Das Textilsiegel Global Organic Textile Standard (GOTS) wurde vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN / Deutschland) zusammen mit der Soil Association (England), der Organic Trade Association (USA) und der Japan Organic Cotton Association (Japan) entwickelt. 2008 einigten sich die teilnehmenden Parteien auf ein gemeinsames Logo sowie ein einheitliches Lizenzierungsverfahren.
Nach CIR: GOTS weist einen hohen ökologischen Standard auf. Für die glaubhafte Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien (die zudem nur in der Verarbeitung, aber nicht in der Rohstoffproduktion gelten) wäre die stärkere Einbindung von lokalen Akteuren, Gewerkschaften und NROs, wie im Rahmen einer MSI, erforderlich. Die Formulierung zu existenzsichernden Löhnen ist vage.
Im Nürtingenr Weltladen: organic cotton von „comazo earth“
www.global-standard.org/de/

 

oeko-tex Öko-Tex Standard 100
Die Idee des 1992 ins Leben gerufenen Standards war die Schaffung einer unabhängig geltenden Zertifizierung für gesundheitlich unbedenkliche Textilprodukte. Er konzentriert sich ausschließlich auf Schadstoffe im Endprodukt OEKO-TEX Standard 1000 hingegen zertifiziert textile Produktionsbetriebe entlang der textilen Kette anhand bestimmter Umweltkriterien.
Nach CIR: Der Fokus liegt bei OEKO-TEX 100 ausschließlich auf ökologischen Kriterien des Endprodukts und verbietet nicht die Verwendung von Schadstoffen. Des Weiteren gibt es nur Grenzwerte, jedoch keinen Ausschluss von Rückständen in den Endprodukten: Selbst für Babykleidung lässt das Siegel Rückstände von Schwermetallen, Pestiziden und Chlorbleiche zu. OEKO-TEX Standard 1000 berücksichtigt ausschließlich die Verarbeitung. Die Umsetzung sozialer Standardbestimungen ist aber nicht hinreichend gewährleistet. Existenzsichernde Löhne werden nicht gefordert. OEKO-TEX Standard 100plus ist eine Kombination der beiden oben genannten Standards.
www.oeko-tex.com

 

TextilExchange Textile Exchange 100 (OE 100)
Textile Exchange, früher Organic Exchange, wurde 2002 als gemeinnützige Organisation gegründet mit dem Ziel, die Produktion biologisch angebauter Baumwolle zu steigern. Mitglieder sind Markenfirmen wie H&M, C&A, Puma und Nike.
Soziale Kriterien stehen nicht im Fokus.
Ökologische Kriterien: Textile Exchange 100 zertifizierte Produkte müssen mindestens 95% Bio-Baumwolle enthalten, es ist kein Mischen mit konventioneller Baumwolle erlaubt.
Textile Exchange Blended zertifizierte Produkte müssen mindestens 5 % Bio-Baumwolle enthalten. Für die restlichen Fasern (max. 95 %) gibt es keine Auflagen, sie können auch aus konventioneller Baumwolle oder synthetischen Fasern bestehen.
Nach CIR: Der TE 100 Standard garantiert die Verwendung von Bio-Baumwolle sowie die Rückverfolgbarkeit und genaue Dokumentation der Weiterverarbeitung von Bio-Baumwolle. Sichergestellt wird jedoch nur biologischer Anbau von Baumwolle, für die weitere Verarbeitung gibt es keine Umweltauflagen. Soziale Kriterien finden keine Berücksichtigung….. Der Standard wird derzeit überarbeitet.
textileexchange.org